Wahl Spezial: Tegel Volksentscheid in Berlin

Wenn ganz Deutschland am 24. September den neuen Bundestag wählt, haben die Berlinerinnen und Berliner noch eine weitere Entscheidung zu fällen. Seit Monaten wird in der Hauptstadt die Zukunft des Flughafens Tegel diskutiert. Nun soll in einem Volksentscheid entschieden werden, ob der Flughafen Tegel nach der Eröffnung des BER geschlossen wird oder weiterhin in Betrieb bleibt. Wir haben uns angeschaut, welche Positionen die sechs großen Berliner Parteien haben und welche Auswirkungen diese auf die Stadt haben.

Die Meinung der SPD zum Tegel-Volksentscheid

Die SPD setzt sich für die Schließung Tegels ein, sobald der BER ein halbes Jahr im Einsatz ist. Auf dem Gelände des TXL soll ein neues Stadtquartier entstehen, dass Arbeitsplätze für 20.000 Menschen schafft. Die SPD begründet die Schließung des TXL auch mit der Fluglärmbelastung für rund 300.000 Berliner. Anders als der BER, der außerhalb der Stadt entsteht, befindet sich der Flughafen Tegel nämlich in der Stadt.

Nach Plänen der SPD soll Tegel in Zukunft auch ein Wissenschafts- und Forschungsstandort werden. So soll ein großer Teil der Beuth-Hochschule hier einen neuen Lernort finden. Auch die neue Berliner Feuerwehr- und Rettungsakademie soll am alten Flughafen entstehen. Die alten Hangars sind für die Feuerwehr wichtig, weil sie wetterunabhängige Trainingsmöglichkeiten benötigt.

Geplant sind auch 9.000 neue Wohnungen, die auf dem Areal des Flughafens Tegel gebaut werden sollen. Allein die Hälfte davon soll von städtischen Wohnungsbaugesellschaften gebaut werden und mehr bezahlbaren Wohnraum in der Stadt schaffen.

Die Position(en) der CDU

Die CDU hat eine gespaltene Meinung zur Zukunft von Tegel. Während die Christdemokraten bis zum Ende des letzten Jahres noch klar für die Schließung des Flughafens eintraten, hat sich die Meinung der Berliner CDU mittlerweile gewandelt. In einer Mitgliederbefragung im Juni 2017 votierten 83% der teilnehmenden Mitglieder für die Offenhaltung des Flughafens TXL. Seitdem kämpft die CDU zusammen mit den Initiatoren des Volksentscheids. Während der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auch für die Offenhaltung von Tegel ist, positioniert sich die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende deutlich für die Schließung des TXL.

Die Begründung der Berliner CDU nun doch für die Offenhaltung von Tegel zu kämpfen, betiteln sie mit dem erhöhten Fluggastaufkommen, dass der BER nicht alleine bewältigen können soll. Um die Offenhaltung sicherzustellen, will die CDU jetzt Konzepte entwickeln, um Themen wie die Machbarkeit, Finanzierung, den Lärmschutz oder die rechtliche Umsetzung zu realisieren.

Die Grünen und ihre Meinung zu TXL

Auch die Grünen wollen, dass der Flughafen Tegel sechs Monate nach der Eröffnung des BER geschlossen wird. Ähnlich wie die SPD, führen auch die Grünen die Argumente ins Feld, dass der Umbau von Tegel in einen Forschungs- und Wissenschaftsstandort, der Bau von 9.000 Wohnungen und die Schaffung von 20.000 neuen Jobs eine positive Entwicklung für die Zukunft der Stadt ist. Hinzu kommt, dass auf dem Gelände des Flughafens ein 250 Hektar großer Stadtpark entstehen soll, der allen Berlinerinnen und Berlinern zugänglich ist.

Außerdem wollen die Grünen mit der Schließung von Tegel ein weiteres Milliardengrab verhindern. Denn mit der Offenhaltung von Tegel wären Investitionen von mindestens einer Milliarde Euro verbunden. Hinzu kommen neue Baumaßnahmen für den Lärmschutz. Die bereits angeschlagene Flughafengesellschaft kann sich einen Betrieb beider Flughäfen nicht leisten und wäre von finanzieller Unterstützung abhängig.

Auch aus rechtlicher Sicht finden die Grünen einen Weiterbetrieb von Tegel nicht möglich. Um weiterhin als Flughafen betrieben werden zu können, benötigt TXL eine neue Betriebsgenehmigung, welche aufgrund neuer Umwelt-, Sicherheits- und Lärmschutzstandards für einen solchen Flughafen nicht mehr ausgestellt wird.

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SPD, Linke und Grüne wollen aus Tegel den Zukunftsstandort in Berlin machen

Die FDP als Initiatoren des Volksentscheids

Die FDP Berlin ist der Initiator des Volksentscheids und deshalb maßgeblich verantwortlich für Pro-Tegel Kampagne. Als Hauptargument führt die FDP an, dass der BER zu klein sein wird, um das wachsende Fluggastaufkommen allein zu bewältigen. Auch die Verteilung des Zubringerverkehrs auf Ost und West durch zwei Flughäfen ist laut der FDP ein Grund für die Offenhaltung von Tegel.

Die FDP findet auch, dass mehr als nur ein Flughafen zusätzliche Sicherheit im Fall von Notfällen bietet, sodass Flugzeuge in kurzer Entfernung ausweichen können. Ein weiteres Argument der FDP ist, dass der Weiterbetrieb von TXL die Konkurrenzfähigkeit der Berliner Taxibetriebe garantiert. Diese sehen nämlich die Gefahr am BER mit brandenburgischen Unternehmen mithalten zu müssen, die weniger Gewerbesteuer und niedrigere Versicherungsbeiträge zahlen.

Die Linke und ihre Position zum Volksentscheid

Die Linke will ebenfalls den Flughafen Tegel nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des BER schließen, um Platz für Wohnraum, Forschung und Arbeitsplätze zu schaffen. Als Argumentation für die Schließung führt die Linke an, dass nach der Eröffnung des BER die meisten Fluggesellschaften zum BER ziehen werden und Tegel damit nur noch zu einem Flughafen für Privatflieger wird. Die steuerliche Finanzierung eines sogenannten VIP-Flughafens lehnt die Partei deshalb ab.

Auch die Sicherheitsfrage spricht laut den Linken gegen eine Offenhaltung des Flughafens. Ein innerstädtischer Flughafen wie Tegel sei nicht mehr zeitgemäß, auch weil er das Risiko von Flugzeugunglücken über besiedeltem Gebiet erhöht. Auch ein weiteres rechtliches Kriterium führen die Linken an, das gegen den Weiterbetrieb von Tegel spricht. Berlin darf über die Offenhaltung von TXL nicht alleine entscheiden und benötigt dafür das Einverständnis von Brandenburg und dem Bund. Beide haben einen Weiterbetrieb ausgeschlossen.

Die Meinung der AfD über Tegel und den Volksentscheid

Die AfD war die erste Partei, welche sich nach der FDP für eine Offenhaltung von Tegel aussprach. Sie unterstützte aktiv die Unterschriftensammlung, die zum Volksentscheid führte und kämpft seitdem für den Weiterbetrieb, auch nach der Eröffnung des BER. Auf ihrer Seite führt die Partei die gleichen Argumente an, die auch schon auf der Seite der Initiative “Berlin braucht Tegel” stehen, welche von der FDP betrieben wird.

Bundestagswahl – Check der Programme

Wahl Spezial: Parteien und ihre Programme zum Thema Bau

Dieser Artikel ist keine Wahlempfehlung, sondern lediglich ein neutraler Vergleich der Wahlprogramme. klickrent und die Zeppelin Lab GmbH unterstützen keine Partei.

In zwei Wochen ist die Bundestagswahl. Seit Monaten werben die Parteien und ihre Kandidaten für die Stimmen der Wählerinnen und Wähler, um in den kommenden vier Jahren das Land zu regieren. In den Medien wird viel über Bildung, Rente und Außenpolitik diskutiert. Doch wie positionieren sich die Parteien zum Thema Bauen, Industrie und Infrastruktur? klickrent hat die Wahlprogramme von CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, FDP und AfD mit Hinblick auf diese Punkte verglichen. 

Was die CDU zu sagen hat

Die CDU möchte die Verkehrsinfrastruktur erneuern und ausbauen; so sagt es schon die Überschrift des dazugehörigen Kapitels im Wahlprogramm. In ihrem Programm schreiben sie, dass die Steigerung der Infrastrukturinvestitionen auf 40 Prozent mindestens verstetigt werden soll. Dabei soll sich am Bundesverkehrswegeplan orientiert werden. Straßen, Autobahnen und Brücken sollen weiter saniert werden. Eine   Entbürokratisierung soll zum beschleunigten Ablauf führen.

Auch im Bereich des Wohnungsbaus wollen die Christdemokraten eine Steigerung erzielen. Während in der letzten Wahlperiode insgesamt eine Million neue Wohnungen gebaut wurden, sollen nach Vorstellungen der CDU bis 2021 1,5 Millionen weitere Wohnungen hinzukommen.

Ein weiteres Großprojekt spricht die CDU in ihrem Wahlprogramm mit dem Ausbau des Glasfasernetzes an. Bis 2018 möchte die CDU flächendeckende Breitbandversorgung sicherstellen und bis 2025 ein flächendeckendes Glasfasernetz anbieten. Um dieses Projekt zu realisieren, möchten die Christdemokraten ein “investitionsfördendes Umfeld” schaffen. Wie dieses Umfeld aussieht, erklärt das Wahlprogramm widerum nicht.

Das komplette Wahlprogramm der CDU finden Sie hier!

Die Positionen der SPD

Die Sozialdemokraten setzen in ihrem Programmteil zum Thema Handwerk und Mittelstand klar auf die Industrie 4.0 und wollen mit ihrem wirtschaftspolitischen Programm Innovationsmotor Mittelstand Zuschüsse für kleine Unternehmen auf den Weg bringen, um Investitionen in der Digitalisierung zu fördern. Die SPD will auch beim akuten Thema des Fachkräftemangels in handwerklichen Berufen aktiv werden und Berufsschulen besser ausstatten sowie die Gebühren für Techniker- und Meisterkurse abschaffen.

Beim Wohnungsbau sind CDU und SPD ähnlicher Auffassung. Auch die SPD möchte einen stärkeren Ausbau von Wohnungen. Der Fokus liegt jedoch stärker auf dem öffentlichen und sozialen Wohnungsbau. Das Ziel der SPD: mehr bezahlbare Wohnungen in der neuen Legislatur zu bauen.

Die SPD fordert ebenfalls mehr Investitionen in den Ausbau von Straßen, Schienen, Wasserstraßen und Luftverkehr. Dabei legen die Sozialdemokraten ihren Fokus auf den gleichberechtigten Ausbau der Verkehrswege in Stadt und Land. Verbunden mit der offline Infrastruktur will die SPD auch eine flächendeckende digitale Infrastruktur bis 2025 realisieren. Ziel ist, eine der modernsten digitalen Infrastrukturen mit schnellem Internet für alle zu schaffen. Auch hier steht der Ausgleich zwischen den Ballungszentren und dem ländlichen Raum im Fokus.

Noch mehr Details stehen hier im kompletten Wahlprogramm der SPD!

Das Bauprogramm von Bündnis 90/Die Grünen

Auch die Grünen stellen in ihrem Wahlprogramm den Plan dar, günstigen Wohnraum zu schaffen. Sie wollen dafür in den nächsten zehn Jahren eine Million dauerhaft günstige Wohnungen bauen. Sie stellen mit ihrem Prinzip der Wohnungsgemeinnützigkeit den Vermietern Zuschüsse und Entlastungen bei Steuerzahlungen in Aussicht, die sich verpflichten, auf soziale Regeln in Bezug auf die Mieterstruktur und Rendite zu verzichten. Für den sozialen Wohnungsbau wollen die Grünen die Wohnförderung des Bundes von 1,5 Milliarden Euro auf mindestens zwei Milliarden Euro ausweiten. Neben dem Wohnungsneubau will die Partei auch Wohnraum klimafreundlich und barrierearm modernisieren und dafür eine Förderprogramm mit einem Investitionsumfang von sieben Milliarden Euro auflegen.

Im Bereich der Infrastruktur möchten die Grünen eine Verkehrswende einleiten. Um dieses Versprechen einhalten zu können, möchten sie das Schienennetz in Deutschland massiv ausbauen und mehr Orte an die Schiene anbinden. Auch mehr Investitionen in den Ausbau von Radwegen und Radschnellwegen sieht das Programm von Bündnis 90/Die Grünen vor.

Die Positionen von Bündnis 90/Die Grünen können Sie hier nachlesen!

Was sagt die Linke zu Infrastruktur und Wohnungsbau?

Wie auch SPD und Grüne legt die Linke ebenfalls einen Fokus auf mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. Um auch sozial gerechte Modernisierungen zu realisieren, plant die Partei ein deutschlandweites Förderprogramm. Zudem sollen weitere Baumaßnahmen den Verkehr, öffentliche Gebäude und Wohnungen barrierefreier machen. Die Linken haben in ihrem Programm das Ziel festgelegt, jedes Jahr mindestens 250.000 neue Wohnungen im gemeinnützigen kommunalen Wohnungsbau zu bauen.

Die Linken lehnen den Verkehswegeplan in seiner derzeitigen Form ab und wollen ihn durch einen Plan ersetzen, der stärker auf schienengebundenen Verkehr setzt. Dafür wollen die Linken den ÖPNV flächendeckend ausbauen und ein Finanzierungsprogramm für den Ausbau der Bahnstrecken starten. Die Partei fordert ebenfalls einen verstärkten Ausbau des Rad- und Fußverkehrs, der durch Investitionen des Bundes organisiert werden soll. Weiterhin fordern die Linken, dass Straßen bei einer Unterschreitung von Mindestnutzungsfrequenzen verkleinert oder zurückgebaut werden müssen.

Das ganze Wahlprogramm zum nachlesen finden Sie hier!

Welche Vorschläge macht die FDP?

Die FDP setzt sich ebenfalls für verstärkte Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur ein und will Straßen, Brücken und Schienen massiv sanieren und ausbauen. Ein Ziel der Freien Demokraten ist es, in den nächsten 20 Jahren jeweils zwei Milliarden Euro in einen Fonds für die Sanierung der Verkehrswege einzuzahlen. Aus diesem Fonds sollen Kommunen und Länder ihre Bauprojekte finanzieren können.

Anders als SPD, Linke und Grüne setzen die Liberalen stärker auf die Schaffung von Anreizen für private Investoren, um den Wohnungsbau in Deutschland zu verstärken. Dennoch sieht die FDP, wie auch alle anderen Parteien, den Bedarf nach neuen Wohnungen. Um dieses Ziel zu erreichen, fordern die Freien Demokraten eine Zweckbindung der Gelder aus der Wohnungsbauförderung des Bundes. Die 500 Millionen Euro, die der Bund Ländern und Kommunen jährlich bereitstellt, sollen stärker in den tatsächlichen Bau von Wohnraum investiert werden.

Noch mehr Informationen zu den Vorhaben der FDP lesen Sie hier!

Die Standpunkte der AfD

Auch die AfD beschäftigt sich in ihrem Wahlprogramm mit Bauprojekten. Für die Sanierung von Schienen, Straßen, Wasserwegen, Brücken und öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten, Theatern und Museen schlägt die Partei ein bundesweites “Konjunkturprogramm Infrastruktur” vor. Was dieses Programm beinhaltet, wie viel Geld dafür bereitgestellt werden und bis wann dieses Programm umgesetzt werden soll, erklärt die AfD in ihrem Programm jedoch nicht.

Ähnlich wie die FDP, möchte auch die AfD die Mietpreisbremse abschaffen und stattdessen mehr Anreize für private Investoren im Wohnungsbau schaffen. Außerdem will die Partei Bauvorschriften abschaffen, um Kosten zu verringern und Bauprozesse zu beschleunigen. Auch die Ausweisung neuer Baugebiete für den Wohnungsbau stehen im Programm der AfD.

Das komplette Programm der AfD können Sie hier lesen!

TOA-Event stimmt die Tech-Szene auf Z Lab ein

Wer auf dem diesjährigen Tech Open Air in Berlin wissen wollte, wie sich eine der am wenigsten digitalisierten Branchen im Zuge der Digitalisierung verändert, wurde auf dem  Satellite-Event der Zeppelin Lab GmbH nicht enttäuscht. Z Lab hatte unter dem Titel “From brick & mortar to data & software – Revolutionizing the construction industry” Tech-Interessierte eingeladen, mehr über die Digitalisierung der Baubranche zu erfahren. Neben zwei spannenden Vortrags- und Diskussionsrunden stand auch der Spaß sowie das Networking beim Event im Fokus.

Als Ausrichter eines Satellite-Events für das TOA 2017 bestand das Ziel von Z Lab klar darin, interessierten Besuchern einen ersten Einblick in die komplexe Welt der Digitalisierung in der Baubranche zu geben. In zwei Vorträgen, in Kooperation mit Sablono und fleetX, wurden verschiedene Aspekte der Digitalisierung beleuchtet. Sablono CEO Lukas Olbrich erklärte in seiner Präsentation, wie die digitale Darstellung von Arbeitsabläufen auf Baustellen vereinfacht werden kann. Der zweite Vortrag wurde in Partnerschaft mit fleetX präsentiert, in dem Amadeusz Kargul die Möglichkeiten neuer Verfahren der Datenanalyse zur Auswertung von Maschinendaten thematisiert und Lösungsansätze aufgezeigt hat. Im Anschluss an beide Vorträge hatten die Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen und das vielseitige Thema genauer zu diskutieren. Auch klickrent, die digitale Miet- und Buchungsplattform, unterstützte den Abend und diente Z Lab als ein erfolgreiches Beispiel für die voranschreitenden Digitalisierungsentwicklungen in der Baubranche.

Vortag mit Diskussion
Im Anschluss an die Vorträge folgten Diskussionen mit den Besuchern

Begleitet wurde die Veranstaltung durch ein reichliches BBQ und kühle Getränke aus der Radladerschaufel im Innenhof des Gebäudes. Dem schlechten Wetter zum Trotz wurden die Sitzbänke kurzerhand in den Durchgang gestellt, wo die Besucher Platz für Gespräche und Networking fanden. Etwa 80 Besucher folgten an diesem Abend dem Aufruf der Zeppelin Lab GmbH und besuchten das Event. Wer von ihnen wegen echter Baumaschinen gekommen war, wurde an diesem Abend nicht enttäuscht. Das Zeppelin Rental Team aus Berlin-Reinickendorf unterstützte den Abend mit kniffligen Herausforderungen, wie der Minibagger-Challenge und einem Arbeitsbühnenparcour.

Radladerschaufel mit kühlen Getränken

Mit kühlen Getränken aus der Radladerschaufel wurde der Abend auch unterhaltsam

Die Stimmung und die vielen interessierten Besucher haben gezeigt, dass die Digitalisierung der Baubranche ein Zukunftsthema ist. Und obwohl die Digitalisierung Erfolg und Bestand der Branche wohl entscheidend bestimmen wird, sollte der Spaß daran nie zu kurz kommen.

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Vermieter-Story: Hoppe Baumaschinen

„Ein Mann, der recht zu wirken denkt, muß auf das beste Werkzeug halten.” Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe findet man auf der Homepage von Hoppe Baumaschinen.

Im Gespräch mit Stephan Hoppe bekommt man auch gleich einen Eindruck, wie er denkt. Er hat eine Vision. Er will das papierlose Büro. Er will eine einfache Skalierung. Er will einfache Arbeitsschritte für sich und seine Firma. Doch lesen Sie selbst:

klickrent: Herr Hoppe, wir konnten Sie als neuen Vermieter von unserem Geschäftsmodell überzeugen. Stellen Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vor.

Stephan Hoppe: Aber klar doch. Mein Name ist Stephan Hoppe und ich bin 35 Jahre jung. Durch meinen Vater bin ich in die Baubranche gekommen; der führt nämlich ein eigenes Tiefbauunternehmen. Ich selbst entwickle Bauprojekte. Für die Verwirklichung dieser musste ich immer wieder auch Maschinen anmieten. So stieß ich schnell an Grenzen. Nicht immer war alles sofort verfügbar, Projekte mussten warten und das kostete Geld. Also kaufte ich dann sukzessive wichtige Maschinen einfach selbst. Somit hatte ich Maschinen für meine eigenen Projekte verfügbar.

Hoppe Baumaschinen ist der neue Partner auf klickrent

klickrent: Und wie kamen Sie dann zur Miete? 

Stephan Hoppe:  Das ging recht einfach. Es dauerte nicht lang, bis erste Anfragen kamen, ob ich meine Maschinen nicht auch vermieten würde. Ich habe dann angefangen zu rechnen und mich über die Mietbranche informiert. Nachdem dann der Business-Plan stand und ich einen Finanzierungspartner in der Sparkasse Delbrück fand, habe ich beschlossen, weitere Maschinen zu kaufen. So entstand die Hoppe Baumaschinen GmbH. Zur besseren Auslastung meiner Maschinen – mittlerweile sind da noch Kettenbagger, Minibagger, Container, Zäune sowie Handwerkszeug und andere Maschinen dazugekommen – vermiete ich diese sowohl an Privat- als auch Geschäftskunden aus ganz Ostwestfalen.

klickrent: Das nenne ich doch mal einen gelungen Start. Haben Sie auch einen eigenen Webauftritt, um Ihre Produkte anzupreisen?

Hoppe: Ja, aber leider kam ich hier schnell an meine persönliche Kapazitätsgrenze. Es hieß, stetig neue Produkte einzustellen und diese dann mit Beschreibungstexten und Fotos zu versehen. Eine sehr kleinteilige und aufwendige Aufgabe, die zu viele Ressourcen band. Schnell wurde mir klar, dass ich für eine optimierte Auslastung meiner Maschinen die Vermietung auch an externe Anbieter abgeben muss.

klickrent: Welche Anbieter hatten Sie hier dann im Kopf?

Hoppe: (überlegt) Im Internet gibt es viele Anbieter, aber eine auf Baumaschinen spezialisierte B2B Plattform hat da immer noch gefehlt. Eine Einstellung bei Kleinanzeigenanbietern empfand ich für meine Maschinen als den falschen Rahmen, um eine Abwertung der Produkte zu vermeiden.

klickrent: Und wie sind Sie dann auf klickrent gestoßen?

Hoppe: Eigentlich ganz einfach. Mir war klar, dass es da einen Optimierungsbedarf für mein Vermietgeschäft gibt. Da ich meine Maschinen bei Zeppelin einkaufe, konnte die Brücke zu klickrent schnell geschlagen werden.

klickrent: Was erwarten Sie sich jetzt von der Zusammenarbeit mit klickrent?

Hoppe: Letztendlich geht es darum, durch Arbeitserleichterung, größere Reichweite sowie einen weiteren Marktzugang Umsatz- und Gewinnpotenziale zu vergrößern. Dank der schnellen und problemlosen Einbindung in das klickrent Portal lässt sich mein Mietprozess einfach skalieren.

klickrent: Welche Maschinen sind bis jetzt bei klickrent online?

Hoppe: Aktuell Minibagger und Werkzeuge. Aber das ist ein dynamischer Prozess. Das kann sich jederzeit noch verändern. Ich spare Personal und profitiere durch die Nutzung des Online-Vertriebskanals vom Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Stephan Hoppe
Stephan Hoppe sieht die Branche auf einem klarem Digitalisierungskurs.

klickrent: Also Vorsprung durch Technik!

Hoppe: (lacht) Genau. Automatisierung für Wachstum und Wachstum ohne Backoffice. Da die Baustelle noch nicht so digital ist, ist das Wachstumspotential gigantisch. klickrent leistet hier für meine Vermietung viel. Als Vermieter steht mir ein einfaches Warenwirtschaftssystem zur Verfügung, über das ich mit wenigen Klicks meine gesamten Maschinen verwalten kann, egal ob ich die Maschinen gerade über klickrent vermietet habe oder über einen anderen Weg. Interessenten sehen so gleich die Verfügbarkeit jeder einzelnen Maschine, was mir Anfragen erspart, ob dieses oder jenes Gerät gerade verfügbar ist. Im nächsten Schritt geht es nun darum, dass klickrent gemeinsam mit uns Anbietern bestehende Netzwerke aufbricht, über die immer noch ein großer Teil der Vermietung vor Ort abgewickelt wird. Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist das Telefon zumeist noch der beste Freund. Ganz getreu dem Motto: „Mal eben kurz nachfragen.“ Das ist eine für Mietinteressent und Vermieter extrem zeitaufwendige, ineffiziente und damit teure Form der Recherche, besonders im Hochsommer, wenn ich dann mehrmals ein Nein als Antwort bekomme.

Wenn wir nun gemeinsam den Schritt in Richtung eCommerce gehen, bedarf es natürlich einer Umgewöhnung und Aufklärung der Anwender. Diese fällt umso leichter, wenn die mir vorhandenen Schnittstellen leicht zugänglich und intuitiv verständlich sind, wie es klickrent ist! Geschafft ist der Wandel, wenn auch ein befreundeter Hochbauer es endlich als unausweichlich ansieht, sich so ein “Streicheltelefon” – also ein Smartphone – anzuschaffen, über das er bisher immer nur sehr gerne Witze macht.

klickrent: (lacht) Perfekt. Ein Streicheltelefon. So nennt man das also. Das wusste ich noch gar nicht. Sie sehen also die Vorteile vor allem in der Effizienzsteigerung beider Seiten?

Hoppe: Definitiv. Aber auch die Preistransparenz auf klickrent wird der Branche gut tun. Es soll um den richtigen Preis zum richtigen Zeitpunkt gehen. Und darüber hinaus die Flexibilität auch Input von uns Vermietern anzunehmen und umzusetzen.

klickrent: Sprechen Sie hier auf Dynamic Pricing an?

Hoppe: Absolut! Rabatte und Listenpreise sind immer kompliziert und auf Dauer schädigend. Die Branche spielt sich hier gegen sich selbst aus. Für mich ist es logisch, dass bei größerer Nachfrage auch andere Preise aufgerufen werden sollten als bei niedrigerer Nachfrage. Ähnlich wie es bei Hotels, Flügen oder Bahnfahrten aktuell schon der Fall ist.

klickrent: Sind Sie der Meinung, dass Digitalisierung der richtige Weg für die Baubranche ist?

Hoppe: Definitiv! Auch wenn die Branche sich manchmal noch selbst im Weg steht, ist der eingeschlagene Weg der richtige. Mit der Integration von nutzerfreundlichen Schnittstellen und dem geplanten Ausbau der vorhandenen Netzwerke ist das Potenzial riesig. Ich schaue hier absolut zuversichtlich in die Zukunft. Am Ziel sind wir, wenn wir eine Baumaschine genauso einfach online mieten und bezahlen können, wie einen Mietwagen.

klickrent: Dann sind wir uns ja einig. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft bei klickrent. Herr Hoppe, vielen Dank für das ausführliche Gespräch.

Hoppe: Ich danke Ihnen!

Das Interview führte Tobias Schumann

Braucht die Branche ein Recht 2.0

Kommt mit Bau 4.0 auch ein Recht 2.0?

Die Veränderungen in der Baubranche schreiten voran. klickrent berichtete bereits über Trends und Digitalisierungsmöglichkeiten in der Baubranche und kam zu dem Ergebnis, dass kein Weg an einer digitalen Strategie für die Baubranche der Zukunft vorbeiführt. Doch welche Auswirkungen hat dies auf Verträge und die Art, wie die Baubranche das Recht beeinflusst? Wie also sind beide Branchen auf den Wandel vorbereitet, wo liegen Verantwortlichkeiten und was muss sich ändern, damit Recht und Bau eine Einheit bilden?

Neue Herausforderungen der Baubranche, alte Anwendungen im Recht?

Alte Prozesse werden in der Baubranche durch digitale Anwendungen neu organisiert und immer mehr Baumaschinen werden digitaler, wenn es um ihre Ausstattung geht. Die bessere Verteilung von Baumaschinen auf mehrere Bauprojekte durch minutengenaue Informationen über die Aktivität der Maschinen oder eine höhere Produktivität, die durch Messinstrumente Rückschlüsse auf einzelne Arbeitsschritte erlaubt, ist hier nur der Anfang. In Rechtsfragen scheinen diese Entwicklungen noch nicht (komplett) angekommen zu sein.

Steffen Burrer erklärt Recht 2.0
Dr. Steffen Burrer von Noerr LLP kennt die neuen Bedürfnisse der Baubranche

Vor allem größere Bauprojeke erfordern ein hohes Maß an Rechtssicherheit. Aber auch kleine Bauprojekte sollten rechtlich betrachtet gut abgesichert sein. Dr. Steffen Burrer von der Anwaltskanzlei Noerr LLP erklärt warum: “Baustreitigkeiten machen einen signifikanten Teil der Klageverfahren in Deutschland aus. So wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2015 rund 33.000 Fälle von Baustreitigkeiten erledigt. Das sind rund 8% aller in diesem Jahr erledigten Zivilverfahren. Solche Prozesse sind aber langwierig und verschlingen vor allem auch Unsummen an Gutachterkosten.” Steffen Burrer rät deshalb dazu, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und auf der Baustelle mehr Informationen durch digitale Bauüberwachung und -dokumentation zu erhalten. Ungerechtfertigte Vorwürfe ließen sich somit schon vorher überprüfen und Schäden auf der Baustelle direkt vermeiden.

Der Begriff Recht 2.0, der die Notwendigkeit eines an die Industrie 4.0 angepassten Rechtsapparates vorsieht, steht seit der digitalen Wende vieler Industriezweige immer wieder im Fokus. Burrer hält diesen Begriff für “irreführend”, denn er erschaffe den Eindruck, dass ein komplett neues Recht benötigt werde. Vielmehr sieht er das Recht im Fluss der Zeit und anpassbar an neue Begebenheiten in der Baubranche. “Aus rechtlicher Sicht liegen die Hemmschwellen hier wohl eher auf Seiten der Juristen, die zum Teil noch aus der Zeit der Industrie 1.0 stammende Gesetze nun hinreichend flexibel auf die Industrie 4.0 übertragen müssen. Ich bin aber zuversichtlich, dass dies gut gelingen wird”, sagt Burrer und zeigt damit auf, wo die eigentliche Herausforderung für die Juristen besteht. Nicht neue Gesetze werden benötigt, sondern eine zeitgemäße Anwendung des bestehenden Gesetzesapparates.

Wer trägt die Verantwortung auf einer digitalen Baustelle?

Bei Baustreitigkeiten ist die zentrale Frage oft, wer für den entstandenen Schaden verantwortlich ist. In der digitalen Baubranche wird es einfacher nachzuvollziehen, wer die Maschine zu welchem Zeitpunkt bedient hat. Auch andere Formen der Bauüberwachung machen die Frage der Verantwortlichkeit einfacher beantwortbar. So kann über Baustellenkameras einfacher nachgewiesen werden, wer Zugang zur Baustelle hat und wie ein Schaden entstanden ist. Eine neue Rechtsprechung braucht man deshalb ebenfalls nicht, sagt Steffen Burrer. Gutachten lassen sich viel detaillierter formulieren, weil dem Gutachter neue Daten zur Verfügung stehen, die durch digitale Instrumente in den Maschinen gesammelt wurden. Für Rechtsfragen bedeutet dies sogar eine Erleichterung der Arbeit, weil Daten eine eindeutigere Aussage über Verschulden und Verantwortlichkeit erlauben können.

Zudem werden durch die Digitalisierung zeitgemäße Verträge immer wichtiger. Ein Vertrag der aufzeigt, welche Verantwortung auch bei autonomen Maschinen oder digital ausgeführten Arbeitsprozessen besteht, erspart den Vertragspartnern teure und aufwendige Rechtsstreitigkeiten. Verträge kommen auch hier mit den bisherigen Rechtsvorschriften aus und machen die Diskussion über ein Recht 2.0 überflüssig. Für Burrer ist wichtig, dass in solchen Verträgen eindeutige Aussagen zu den Bereichen Erwartungshaltung und Produktmängel formuliert werden. Nach Abschluss des Projektes könne man dann genau überprüfen, welche Vereinbarungen erfüllt wurden und welche nicht.

Fazit

Ein Recht 2.0 ist deshalb nicht notwendig, weil die bestehenden Gesetze an ihrer Gültigkeit nichts einbüßen, sondern nur an die neu entstandene Situation der Digitalisierung angepasst werden müssen. Deshalb ist es wichtig, die entstandenen Daten besser zu nutzen und Verträge auf neue Situationen anzupassen. Wenn diese Schritte umgesetzt sind können Recht und Bau ineinandergreifen und effizienter arbeiten als zuvor.

 

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Wacker Neuson stellt neue Radlader-Generation vor

Die Flaggschiff-Modelle von Wacker Neuson erhalten ein Update. Die Radlader W60 und W70 zählen zu den Top-Maschinen ihrer Kategorie und sorgen auf vielen Baustellen täglich für zuverlässige Arbeit beim Abtransport von Material. Wir schauen uns genauer an, was sich bei beiden Maschinen geändert hat.

Verbesserung der Abgaswerte für mehr Nachhaltigkeit

Ein großes Augenmerk bei der neuen Generation liegt beim Thema Nachhaltigkeit. Beide Maschinenklassen können mit drei neuen Perkins-Motoren ausgestattet werden. Diese gibt es als 55-kW Motor für die Abgasstufe IIIB, während die Abgasnormstufe IV sogar über zwei Varianten verfügt. Hier hat der Kunde in der neuen Generation eine Auswahl zwischen 75- oder 90-kW Motoren.

Ergebnis: weitere Reduzierung des Schadstoffausstoßes, das es den neuen Radladern ermöglicht, auch weiterhin problemlos in Innenstädten zu arbeiten. Vor dem Hintergrund der Abgasreduzierung ist das ein klarer Fortschritt und ein deutliches Signal an andere Maschinenhersteller, die noch Aufholbedarf bei sauberen Antrieben haben. Die aktuellen Vorschriften und Normen erfüllen WL 60 und 70 dadurch sicher.

Motor der neuen Radlader
Der Motor der neuen WL 60 und WL 70 sind für die Zukunft bestens gewappnet

Alle anderen Funktionen der beiden Flaggschiff-Modelle wurden beibehalten, um auch weiterherhin beste Leistungen zu bringen. So können sich Kenner des Modells sowohl auf den unschlagbaren Wendekreis von bis zu 45° als auch die komplett kippbare Kabine für einen erleichterten Zugang zum Motor, Hydrauliksystem und der Elektronik, verlassen. Die technischen Daten des WL 60 und WL 70 bleiben auch nach dem Update der Maschinen auf einem weiterhin hohen Niveau, wie schon bei den Vorgängermodellen.

Mehr Komfort in der Fahrerkabine

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Das Jog Dial erleichtert die Bedienung der beiden Radlader in der Fahrerkabine

Auch die Fahrerkabine hat ein Update erfahren. Das Farbdisplay des W60 und W70  deckt mehr Funktionalitäten ab und verbessert die Übersicht der Kontrollleuchten. Eine weitere nützliche Funktion in der neuen Generation ist das “Jog Dial”. Dabei handelt es sich um einen Knopf, der sich gleichzeitig drehen lässt. Über diesen Knopf kann beispielsweise die Durchflussmenge des Hydrauliköls für Anbaugeräte genau eingestellt werden und durch einen einfachen Knopfdruck später wieder auf das voreingestellte Niveau gebracht werden. Für den Arbeiter erleichtert das die Bedienung der Maschine und sorgt für ein besseres Handling.

Wacker Neuson präsentiert mit der neuen Generation von W60 und W70 Radlader mit sinnvollen Verbesserungen, wie der Weiterentwicklung des Motors zu einem umweltfreundlicheren Antrieb und der erleichteteten Bedienung durch das Jog Dial, und beweist mit dem Fokus auf die Einhaltung neuer Abgaswertnormen Weitsicht.

 

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Was die Blaue Plakette für die Baubranche bedeutet?

Seit einigen Monaten ist das Thema Umweltzone wieder präsent in der öffentlichen Diskussion. Mit den Skandalen um manipulierte Abgaswerte in Dieselfahrzeugen und den Nachrichten über die immer stärker werdende Belastung von Stickoxiden in deutschen Großstädten ist auch die Frage aufgekommen, inwieweit Kraftfahrzeuge jeglicher Art weiterhin Zutritt zu allen Bereichen der Stadt erhalten sollten. Vor allem Besitzer von Baufahrzeugen befürchten, dass die Einführung der sogenannten Blauen Plakette ihre Geschäfte erheblich beeinträchtigt. Doch welche Folgen kann dies für die Baubranche haben?

Was ist die Blaue Plakette?

Aktuell sind fast alle größeren Städte in Deutschland von erhöhten Belastungen betroffen. Besonders Großstädte wie Berlin, Stuttgart oder München sind mit ihren viel zu hohen Werten zu einem ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko geworden. Die Blaue Plakette soll als Erweiterung der bisherigen Umweltzonen besonders stark belastete Bereiche in Städten vor steigenden Stickoxid-Werten schützen. In diesen Bereichen dürften dann nur noch Dieselfahrzeuge fahren, die einen Wert von 60 mg/km an Stickoxidausstoß nicht überschreiten oder Benziner, die entweder Euro-3 oder Euro-6b (abhängig von der Direkteinspritzung) besitzen. Zum Vergleich: Ein Audi Q3 der Klasse Euro-5 verbraucht pro Kilometer 180 mg.

Die Blaue Plakette ist als Korrektiv gedacht, das älteren Fahrzeugen den Zutritt zu sensiblen Bereichen in der Innenstadt verwehrt, weil sie den vorgegebenen Grenzwert nicht einhalten. Die Debatte um die Blaue Plakette hat bei vielen Autofahrern Verunsicherung hervorgerufen, weil mit ihr auch eine Diskussion um Fahrverbote in deutschen Innenstädten immer wahrscheinlicher wird. Die Richtwerte, an denen sich die Plakette orientiert, werden derzeit nur von Fahrzeugen der Gruppe Euro-6 erfüllt. Zu ihnen zählen nur die neuesten Fahrzeuge auf dem Markt und auch diese können die Werte oft nur auf dem Papier einhalten. Für alle Autos der Gruppe Euro-5 oder älter würde die Plakette das Aus in den gekennzeichneten Zonen bedeuten. Zu welcher Gruppe ein Fahrzeug gehört, ist durch Richtwerte festgeschrieben.

Welchen Einfluss hat die Regelung auf Baufahrzeuge?

Für Baufahrzeuge stellt die Blaue Plakette eine große Herausforderung dar. Gerade wenn sie in großer Anzahl auf Baustellen sind, tragen zu einer erheblichen Belastung von Stickoxiden bei. Obwohl sie bei den Gesamtemissionen Deutschlands nur 1,3 % ausmachen, sorgen sie auf lokaler Ebene für Immissionspitzen. Oftmals sorgt das hohe Alter der zum Einsatz kommenden Fahrzeuge für die Ausschläge bei der Stickoxidbelastung. Vor allem die eher rückschrittliche Gesetzgebung beim Thema Abgasnormen sorgte dafür, dass über Jahre hinweg kein Bedürfnis für die Verbesserung der Werte erkannt wurde.

Emissionsverteilung in Deutschland
Der Anteil an den Gesamtemissionen ist zwar klein, aber auf lokaler Ebene sorgen Baufahrzeuge für eine starke Belastung

 

Wenn die Hersteller, Vermieter und Besitzer von Baufahrzeugen keine Lösung auf die Frage zur Verringerung der Abgaswerte finden, kann das ein noch viel größeres Problem werden. Das Umweltbundesamt schlägt auf ihrer Internetseite zwei mögliche Maßnahmen vor, die Städte in einem solchen Fall ergreifen könnten. Zum einen könnte eine – zumindest bevorzugte – Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen an Unternehmen mit einem emissionsarmen Maschinenfuhrpark gekoppelt sein. Zum anderen könnte durch entsprechende Vorschriften innerhalb der Umweltzone der Einsatz von Maschinen, die die Vorgaben nicht erfüllen, generell ausgeschlossen werden. Die Maßnahmen sollen die Hersteller und Besitzer dazu bewegen, stärker auf die Emissionswerte ihrer Maschinen zu achten und nach umweltschonenden Lösungsmöglichkeiten zu suchen. 

Was können Fuhrparkleiter unternehmen?

Eine radikale aber auch kostenintensive Lösung ist der Austausch des veralteten Maschinenparks zugunsten einer modernen, emissionsarmen Baufahrzeugsflotte. Immer mehr Hersteller setzen zunehmend auf sparsame und effiziente Antriebstechniken, die auch die Vorgaben der Blauen Plakette erfüllen würden. Gegen diese Lösung sprechen aber vor allem die viel zu hohen Kosten, die mit dem Austausch mehrerer Maschinen verbunden sind. Auf der anderen Seite verringert sich durch diese Lösung auch der Verbrauch der Maschinen und die damit verbundenen finanziellen Aufwände. Auf lange Sicht sind die Ausgaben für die Neuanschaffung schnell amortisiert.

Eine kostengünstigere Alternative ist die Nachrüstung sogenannter Partikelfilter. Diese verhindern, dass eine zu große Menge an Stickoxiden in die Luft gelangt, indem die Abgase vorab gefiltert werden. Die Kosten liegen hier je nach Motorenstärke zwischen 2.000 und 12.000 Euro. Klar ist aber auch, dass der Einsatz von Partikelfiltern nur eine temporäre Lösung für das Problem sein kann, denn an der schlechten Gesamtsituation von zu hohen Stickoxidwerten ändern Filter nur wenig. Langfristig ist eine Verjüngung des Maschinenparks unausweichlich, um auch potenziell neue Regulierungen erfüllen zu können. Auch ein Umstieg auf Elektrofahrzeuge – wie der 2016 auf der bauma mit dem Innovationspreis ausgezeichnete Kramer 5055e Radlader – wäre denkbar. Höhere Investitionskosten werden durch geringere Unterhaltskosten schnell amortisiert. Vor allem der Preisvorteil beim Strom gegenüber des Dieselkraftstoffs spielt hier eine Rolle. 

Die Blaue Plakette rückt ein Thema in den Fokus, das in der Baubranche viel zu lange nur nebensächlich angegangen wurde. Während bei normalen Kraftfahrzeugen immer weiter an der Reduzierung von Abgasen gearbeitet wurde und auch politische Entscheidungen mit dem Hauptaugenmerk auf Pkw ihren Weg in Gesetze und Regulierungen fanden, blieben Baufahrzeuge lange unberührt. Die Debatte um die Blaue Plakette hat dies geändert. Ein Umdenken muss stattfinden, ob die Blaue Plakette kommt oder nicht. 

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