Unfallschutz auf der Baustelle

Geht es um die Sicherheit in der boomenden Baubranche, ist zu allererst vom Unfallrisiko die Rede. Aus gutem Grund: Das Risiko schwerer Verletzungen ist beim Bau besonders hoch. Umso erfreulicher ist die Tendenz. Schon 2012 konnte die BG Bau einen Rückgang bei den Unfallzahlen von 36 Prozent für die vergangene Jahres-Dekade vermelden. Aufgrund der erhöhten Bautätigkeiten in Deutschland zeigte sich 2016 jedoch wieder ein leichter Anstieg um 2.487 Arbeitsunfälle.

Bewusstsein für das Risiko

Doch wie kann langfristig ein sinkendes Unfallrisiko erzielt werden? Mit sicherheitsoptimierten Geräten und Maschinen, zum Beispiel einer verbesserten Sensorik und Kollisionskontrollen bei Kränen. Aber auch mit massiven Kontrollen zur Einhaltung der Bauvorschriften – vom Schutzschalter an der Mischmaschine bis zur maximalen Standzeit auf einer Bauleiter. Wichtigster Punkt jedoch sind praxisnahe Schulungen, die neben der Wissensvermittlung vor allem zur weiteren Sensibilisierung für das Thema Bausicherheit beigetragen.

Es ist ein Erfolg mit besten Chancen auf Fortsetzung. Schließlich gibt es kaum Kostenbarrieren und mittelfristig dürfte die Gesundheitsprävention für eine spürbare Entlastung der Kassen sorgen. Mehr als eine Milliarde Euro muss die BG Bau derzeit jährlich bereitstellen, um Reha-Maßnahmen, Betreuungen und Renten nach Unfällen und Erkrankungen zu finanzieren.

Konkrete Schutzmaßnahmen, denn der Teufel steckt im Detail

Wer ist auf Ihrer Baustelle für die Sicherheit zuständig? Ist garantiert, dass sich die involvierten Unternehmen nicht gegenseitig gefährden? Wie wird mit dem Risiko von Stromschlägen oder eines Erdrutsches umgegangen? Was ist mit der gefährlichen UV-Strahlung? Kommt eventuell Sprengstoff zum Einsatz oder sind andere gefährliche Materialen im Spiel?

Schutz vor Erdrutschen

Gefährdungsbeurteilungen, die vor Baubeginn eingeholt werden, sollen bei der Beantwortung dieser Fragen helfen. So ist bei der Aushebung der Baugrube zu beachten, ob es Verwerfungen im Bodengefüge gibt und wie es mit dem Grundwasserspiegel oder eventuell zufließendem Schichtenwasser aussieht. Gibt es starke Erschütterungen, zum Beispiel durch eine naheliegende Straße? Auch die zu starke Austrocknung des Bodens bei Sonneneinstrahlung kann eine (Einsturz-)Gefahr bedeuten. Wenn diese Einflussfaktoren ermittelt sind, können konkrete Maßnahmen wie das Errichten von Verbauungen eingeleitet werden.

Schutz vor Stromschlägen

Stromaggregat von Endress
Stromaggregate sorgen für eine sichere Versorgung auf der Baustelle

Während auf Großbaustellen meist noch vor Baubeginn eigene Baustromanlagen installiert werden, behilft man sich sonst mit den Steckdosen vor Ort. Mobile Schutzeinrichtungen wie der Personenschutzschalter PRCD-S sorgen hier für die sichere Stromentnahme. Die Fehlerfreiheit wird damit automatisch überprüft. Werden mobile Stromerzeuger benötigt, können diese beim Anschluss mehrerer Verbraucher ebenfalls mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RSDs aber kein PRCD-S) gesichert werden.

Eine breite Auswahl von Stromversorgungsaggregaten finden Sie auf klickrent. Sie sind damit unabhängig vom öffentlichen Stromnetz.

Schutz gegen Lärm

Baulärm ist ärgerlich, gerade für die Anwohner. Vermeiden lässt er sich nicht, wohl aber planen. Da jeder Bauablauf eine ermittelbare Lärm-Emission erzeugt, können die einzelnen Arbeitsschritte im Vorfeld (auch) nach diesen Kriterien getaktet werden. Der Einsatz von lärmarmen Bauverfahren und Baumaschinen hilft zudem, den Geräuschpegel zu senken.

Planen Sie nach besonders lärmintensiven Tätigkeiten, zum Beispiel mit dem Presslufthammer oder Trennschleifer, bewusst Lärmpausen ein. In der Nacht und in den frühen Morgenstunden sollte der Lärm auf ein Minimum begrenzt werden. Die genauen Vorschriften finden Sie in der AVV Baulärm (Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm).

Wenn Sie privat bauen, handelt es sich zwar streng genommen nicht um Bau-, sondern um Nachbarschaftslärm, das Ziel ist jedoch identisch: Lärm zu vermeiden, gerade zu Ruhezeiten. Welche Vorschriften gelten, finden Sie in der Baugenehmigung. Ein Verstoß gegen diese Auflagen kann Bußgelder und im Extremfall die Schließung der Baustelle nach sich ziehen.

Schutz vor UV-Strahlen und Hitze

Wer seine Haut zu lange der intensiven Sonneneinstrahlung aussetzt, erhöht die Gefahr von Zellschädigungen. Im Baugewerbe ist das ein großes Thema, da viel im Freien gearbeitet wird. 2015 war Hautkrebs die am meisten angezeigte Berufskrankheit der Branche.

Effektive Gegenmaßnahmen, zugleich gegen Hitzschlag und Sonnenstich, sind relativ einfach zu realisieren. Flächen auf der Baustelle können beispielsweise mit Sonnensegeln beschattet werden. Eine geeignete Sonnenbrille schützt die Augen. Da der Schutzhelm den Nacken oft freilässt, sollte für diese und andere unbedeckte Hautpartien eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtfaktor genutzt werden. Generell ist Kleidung aus dichtem Gewebe ratsam.

Wie beim Lärmschutz ist auch die Sicherheit vor UV-Strahlung eine Frage des Zeitplans, wann welche Gewerke, Firmen und Maschinen zum Einsatz kommen. Wer seine Mitarbeiter in der Mittagsglut zum Dachdecken schickt, verletzt seine Fürsorgepflicht und riskiert fahrlässig Gesundheit und Leben.

Fazit

Sicherheit am Bau ist ein essentielles Thema für die Baubranche. Denn nur auf sicheren Baustellen kann zuverlässig gearbeitet werden. Um eine Baustelle wirklich sicher zu machen, ist es wichtig, sich von vornherein ein klares Bild von den Gegebenheiten vor Ort zu machen. Aber auch wenn die Bauarbeiten im vollen Gang sind, gilt es wichtige Sachen zu beachten, die nicht nur die Bauarbeiter sondern auch die Umgebung schützen. Nur wer in der Planung genau darauf achtet, dass die Sicherheit ständig gewährleistet ist, kann Themen wie Lärmschutz oder den Schutz vor UV-Strahlung richtig angehen.

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