Drei Gründe, warum die Digitalisierung für den Mittelstand wichtig ist

Der Mittelstand ist eine treibende Wirtschaftskraft im Land. Viele regionale Bauunternehmen zählen selbst zum Mittelstand und sehen sich mit den Herausforderungen der Globalisierung konfrontiert. Dazu zählen vor allem Themen wie ein wachsender Markt mit einer immer größer werdenden Zahl an Mitbewerbern oder der steigende Technologisierungsgrad westlicher Gesellschaften und das daraus resultierende Nutzerverhalten. Mit ihren herkömmlichen Arbeitsmethoden können viele Unternehmen nicht mehr ausreichend mit größeren und internationalen Firmen konkurrieren. Die Digitalisierung bietet gerade solchen Unternehmen Chancen, weiterhin am Markt zu bestehen und sorgt dafür, dass sie zu einem positiven Beispiel für den Erfolg digitaler Strategien werden. 

Digitalisierung verkürzt Arbeitsprozesse

In einer Welt, in der die schnelle Erledigung von Aufträgen immer wichtiger wird, sind kurze Arbeitsprozesse eine elementare Herausforderung für den Mittelstand. Solche Unternehmen verfügen aber selten über eine Infrastruktur wie Großkonzerne oder die finanziellen Mittel, um viele Mitarbeiter einzustellen. Das macht schnelle Reaktionen auf Kundenanfragen schwierig. Deshalb bietet gerade hier die Digitalisierung eine große Chance.

Datenverarbeitung
Quelle: Boston Consulting Group (2016): Time to Accelerate in the Race Toward Industry 4.0

Unternehmen können ihre Stundenerfassung für Arbeitsaufträge direkt digital erledigen und so die Zeit für Papierkram sparen. Auch bei kleinen Unternehmen kann so eine Etablierung von digitalen Strukturen extreme Vorteile gegenüber Wettbewerbern schaffen. Ein gut strukturierter und digitaler Arbeitsprozess innerhalb des Unternehmens erlaubt es, mehr Zeit zum Beispiel für den so immens wichtigen Kundenkontakt zu haben.

Der Vorteil, den kleine Unternehmen haben, ist die Möglichkeit, Veränderungen unkompliziert und schneller umzusetzen als in Großkonzernen. In diesen muss oft noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, bis ein Vorstand darüber entscheidet. Und selbst wenn eine Entscheidung getroffen wurde, dauert es häufig lang, bis die Veränderung beim Mitarbeiter ankommt. Kleine Unternehmen mit flachen Hierachien und einer überschaubaren Anzahl an Mitarbeitern können einen Veränderungsprozess schneller anstoßen und umsetzen.

Aber auch bei kleinen Bauunternehmen lohnt sich der Schritt der Digitalisierung. Als mittelständisches Unternehmen Informationen über die Maschinennutzung zu erhalten, kann dafür sorgen, dass Baumaschinen effektiver eingesetzt werden und sich die Auftragszahl dadurch erhöht. Denn mit zum Beispiel dem Wissen über tatsächliche Arbeitszeiten können Maschinen nur für die Zeit vermietet werden, in der sie wirklich in Benutzung sind. In der inaktiven Zeit kann die Maschine dann bereits an einen weiteren Mieter oder für ein anderes Bauprojekt verwendet werden. Die Erfassung von Mietdauern muss sich in solchen Fällen nicht mehr auf Tage beschränken, sondern kann stundengenau erfolgen.

Digitalisierung schafft zufriedene Kunden

Die Digitalisierung eines Unternehmens nützt zwar in erster Linie der Erleichterung von Arbeitsabläufen im eigenen Unternehmen, aber auch die Kunden können davon profitieren. Während das Unternehmen eine bessere Übersicht über Arbeitszeiten von Mitarbeitern bekommt oder digitale Vertriebsketten die Aufgabenverteilung innerhalb des Unternehmens erleichtern, bekommen Kunden einen transparenten Einblick in die Bearbeitung ihres Auftrages.

Kunden verlangen immer häufiger maßgeschneiderte Lösungen und individuelle Beratung und wollen dabei gleichzeitig einen Preis bekommen, der bezahlbar ist. Die Digitalisierung stellt Lösungen bereit, die genau das bieten können. Ob im Service, bei dem KI-Programme schnell auf Probleme reagieren können oder auf der Baustelle, wo bei einem Maschinenausfall ein Ersatz schnell und einfach über das Smartphone angefordert werden kann.

Auch der Preis von Maschinen kann durch Digitalisierung in der Regel besser sein. Dies hängt unter anderem mit zwei Faktoren zusammen. Zum einen können durch die Bereitstellung eines digitalen Angebots die Ausgaben für  Personal verringert werden und zum anderen erlauben es neue Modelle des dynamischen Pricings, den Preis für das jeweilige Produkt an aktuelle Gegebenheiten der Nachfrage oder andere Faktoren anzupassen.

Für Kunden bedeutet das auch, unabhängiger von einem Ansprechpartner im Unternehmen zu werden, weil der Kunde seine Wünsche direkt einbringt. Ein Beispiel dafür sind Konfiguratoren, an denen der Kunde selbst das passende Produkt zusammenstellt, egal ob Möbelstück, Gabelstapler oder Bagger.

Wenn der Betrieb sich voll und ganz an den Bedürfnissen des Kunden orientiert und ihnen flexible und individuelle Lösungen anbietet, ist das auch eine Wertschätzung an den Kunden. Nur so kann der Mittelstand wettbewerbsfähig bleiben und seine Position am Markt stärken.

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Quelle: PwC, Strategy& (2014): Industrie 4.0 – Chancen und Risiken

Digitalisierung erreicht neue Kunden

Besonders die Konkurrenz mit internationalen Großkonzernen erschwert es kleineren Unternehmen häufig, eine dauerhafte Stammkundschaft zu erhalten. Der Druck, der dadurch auf den mittelständischen Unternehmen liegt, ist groß. Auch hier kann die Digitalisierung einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten. Ein Beispiel dafür ist auch klickrent, die es auch kleinen Vermietern ermöglicht, auf einer digitalen Plattform neue Kundengruppen anzusprechen und somit ihre Reichweite zu erhöhen.

Mit der Digitalisierung reagieren Unternehmen auch auf das veränderte Verhalten von Kunden. Der schnellste Weg zum Ziel führt heute in den meisten Fällen über das Internet. Hier haben in der Regel die großen Konzerne eine starke Präsenz. Wenn ein kleineres Unternehmen nicht auch im Internet wahrgenommen wird, entscheiden sich Kunden häufig für den Großkonzern. Wenn kleine und mittelständische Unternehmen das Internet und seine vielen Kommunikations- und Werbemöglichkeiten nicht nur den Großunternehmen überlassen, können sie Präsenz aufbauen, ihr Kundenspektrum erweitern und Kunden langfristig binden.

Ohne Digitalisierung droht der Mittelstand zu verschwinden

Das Thema Digitalisierung findet im deutschen Mittelstand nur sehr zögerlich Anklang. Viele Unternehmen schrecken noch vor potenziellen Hürden der digitalen Infrastruktur, wie den Kosten für die Anschaffung von Geräten und Software oder der Schulung des Personals im Umgang mit neuen Technologien zurück oder schätzen den Bedarf an Digitalisierung nicht hoch genug ein. Doch internationale Konzerne sind auf dem Vormarsch, schrittweise an die Stelle kleiner Unternehmen zu treten. Ein gutes Beispiel dafür ist der Einzelhandel, der durch Amazon massiv unter Druck gerät und seit Jahren nach Lösungen sucht, sich weiter als ernstzunehmender Wettbewerber zu positionieren.

Mittelständischen Bau- und Handwerksunternehmen droht solch eine Krise auch, wenn das Thema Digitalisierung nicht effizient angegangen wird. Doch noch kann der Mittelstand ebenfalls vorhandene “Digitalisierungarmut” der Großkonzerne ausnutzen. Wenn sie rechtzeitig beginnen, den digitalen Wandel mutig anzupacken und konsequent auf digitale Konzepte zu setzen, können sie eine treibende Kraft in der Digitalisierung werden. Förderprojekte wie “Mittelstand digital” des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützen solche Unternehmen in ihren Bestrebungen sowohl finanziell als auch mit dem nötigen Know-how.

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