Qualitätssicherung am Bau – Teil 2

Der vorangegangene Beitrag zum Thema Qualitätssicherung am Bau eruierte zunächst, wie es zu der stetig steigenden Zahl an Baumängeln und Kosten kommt und beschäftigte sich daraufhin mit den Grundlagen und wesentlichen Vorteilen des Qualitätsmanagements. Im zweiten Teil dieser Reihe soll nun analysiert werden, welche konkreten Maßnahmen über die Festlegung eines Qualitätsmanagements hinaus ergriffen werden können, um Fehler minimieren und Kosten senken zu können. Vor allem soll dabei ein Fokus auf digitale Möglichkeiten gelegt werden, da diese zusätzliche Vorteile gegenüber analogen Methoden aufweisen.

Die Top 3 der häufigsten Baustellenfehler und wie diese zu vermeiden sind

  1. Eine unzureichende Planung

    Das wohl größte Hindernis für eine gute und zuverlässige Bauqualität ist die mangelnde Planung von Projekten. Dies fängt oft schon bei intransparenten Auftragsverträgen und fehlenden Gutachten oder Informationen an. Die Planung erfolgt so z. B. ohne das Wissen über den Bodengrund, die Tragwerksplanung oder die Schallschutz- und Wärmeschutzbedingungen. Hinzu kommen dann allgemeine Planungslücken, die entstehen, wenn Abläufe, Deadlines oder Aufgabenbereiche nicht vor Baubeginn genauestens für alle Beteiligten festgelegt werden. Die Folge sind Missverständnisse, Doppelarbeiten oder Personalengpässe.

    Um eine solche Qualitätsminderung nicht schon von Anfang an in Kauf zu nehmen, empfehlen sich verschiedene Tools und Softwareangebote. Eine Möglichkeit sind klassische Baustellenplanungssoftwares, die das Organisieren der Ressourcen, des Personals, der Terminvorgaben oder der Maschinen möglich machen. Hierbei können in einer Art erweitertem Kalender alle zuvor eingetragen oder nachträglich per Drag & Drop angepassten Daten erfasst und den entsprechenden Mitarbeiter zugänglich gemacht werden. Dies verschafft nicht nur Übersicht und bringt Struktur in die Planung, sondern lässt auch spontane Änderungen und Kontrollfunktionen zu. Solche Baustellenplanungsprogramme werden unter anderem von der Website plantafel-software.biz angeboten, die spezielles Know-How im Bereich der Projekt-, Baustellen- und Maschinenplanung aufweisen.

    Screen61
    Quelle: plantafel-software.biz
  2. Eine mangelnde Kommunikation und Abstimmung

    In den meisten Fällen sind viele unterschiedliche Akteure, Fachspezialisten und Handwerksbetriebe vom Tiefbauexperten über den Dachdecker am Bauprozess beteiligt. Oft haben die einzelnen Personalkräfte dabei nur Informationen zu ihrem spezifischen Aufgabenbereich und sind damit nur auf ihr eigenes Schaffen bedacht. Dies kann schnell dazu führen, dass einzelne Teilaufgaben komplett unabhängig voneinander erarbeitet werden, wo Abstimmungen nötig wären. Ebenso problematisch wird es oftmals, wenn es um die Kommunikation zwischen verschiedenen Hierarchieebenen geht. So werden Mängel oder Probleme nicht selten viel zu spät an die Planungsebene weitergegeben oder die Zeit für Besprechungen und ausführliche Dokumentationen fehlt aufgrund von engen Terminvorgaben.

    Auch wenn diese Problemsparte oft als tiefgreifendste Herausforderung gesehen wird, gibt es zahlreiche digitale, benutzerfreundliche und einfache Tools, um den Austausch und die damit einhergehende optimierte Arbeit zu fördern. Die Fotodokumentation beispielsweise ist eine simple Methode, um den aktuellen Stand der Arbeit, Mängel oder Eindrücke festzuhalten. Zahlreiche Softwareanbieter haben diese Dokumentation digitalisiert und verknüpft. So können die mit dem Smartphone oder Tablet aufgenommen Bilder sofort beschriftet, kommentiert oder markiert werden und sind online dann für alle anderen Teammitglieder und Bauleiter zugänglich.

    Ebenso helfen auch digitale Checklisten, auf welchen Tages- oder Wochenziele eingetragen und abgehakt oder kommentiert werden können. Über Online-Baustellentagebücher kann dann zusätzlich ein detallierterer Einblick in den Tagesablauf gewonnen werden und nachträgliche Streitigkeiten werden vermieden. Die Software SKILL BauDoc beispielsweise liefert eine digitale Kombination aus den Bereichen Mängelmanagement, Baustellentagebuch und Planung.

     

    csm_baudoc-drei-geraete-neu-komprimiert-min_5d24d85ffb
    Quelle:  skillsoftware.de
  3. Fehlerhaft eingesetzte Arbeitskräfte

    Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge beanstandet durchschnittlich jeder zweite Bauherr die Qualität bei Neubauten und fordert daraufhin Nacharbeiten und Reparaturen. Diese gravierende Zahl zeigt, dass sich trotz vielfältiger digitaler Optionen, noch immer viele Fehler in den Bauprozess einschleichen und im Nachhinein kosten- und zeitaufwendig behoben werden müssen. Neben den bereits genannten Gründen, spielt dabei auch das Personal der Baubranche eine entscheidende Rolle. Durch den andauernden Fachkräftemangel, die steigenden Personalkosten und vielseitigen Berufsspezialisierungen kommt es nicht selten zu Doppelbelastungen und unzutreffenden Arbeitszuweisungen. Muss ein Handwerker dann Aufgaben eines Statikers übernehmen, entstehen schnell Fehler durch Unwissenheit. Ein weiteres Problem in Bezug auf die Ressource Personal ergibt sich in Hinblick auf die sich schnell entwickelten Technologien und Trends. Gerade die Sektoren der Wärme- und Schallschutzdämmung oder des Greentech, also nachhaltigen Bauens, entwickeln sich rasant. Aufgabe des Bauunternehmens muss es daher sein, ihre Arbeitskräfte stets den aktuellen Marktbedingungen entsprechend zu qualifizieren. So können Fort- und Weiterbildungen helfen, auch zukünftig hochqualitative, den aktuellen Gegebenheiten angepasste Arbeitsaufträge erfüllen zu können.

    Auch das Engagement für den Arbeitsmarkt in der Baubranche kann helfen, nicht nur neue Fachkräfte für die Branche, sondern auch für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Eine Förderung von Auszubildenden beispielsweise könnte solch ein Engagement sein.

    Haben Bauunternehmen dennoch einen akuten Personalmangel oder wollen ihre Personalkapazitäten vor allem kurzfristig bzw. projektbasiert ausbauen, so empfehlen sich Plattformen, auf denen ganz gezielt genau diejenigen Arbeitskräfte gefunden werden können, die für einzelne Projektbereiche noch fehlen. Eine solche Plattform bietet unter anderem der Anbieter Maschinator.de, welcher ausschließlich professionelle und qualifizierte Auftragnehmer listet.

Fazit

Sowohl klassische, analoge als auch modernere, digitale Tools bieten eine Reihe von Möglichkeiten, den eigenen Bauprozess zu optimieren und die Qualität der Arbeitsleistung zu erhöhen. Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig und jedes Unternehmen sollte den individuellen Stärken und Schwächen entsprechend abwägen, welche Lücke durch z. B. Software-Unterstützung geschlossen werden kann. Dabei empfiehlt es sich immer, eher zu agieren als zu reagieren, denn wer erst wartet bis die Mängel auch dem Bauabnehmer zu Tage schreiten, muss viel nachträgliche Zeit und Kosten investieren und schädigt gleichzeitig den eigenen Ruf. Eine gute Planung, ein rechtzeitiges Mängelmanagement und eine offene Kommunikation sind dabei die Schlüssel zu einer optimalen Qualitätssicherung am Bau.

1artboard-2

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s