Wie die Telematik zukunftsfähig wird

Die Telematik ist ein Thema mit viel Potenzial in der Baubranche. Durch sie lassen sich wertvolle Maschinendaten nutzbar machen, die in vielfältiger Art und Weise für Bauunternehmen, Maschinenvermieter oder den Bedienenden selbst hilfreich sein können. Wir berichteten bereits über den aktuellen Stand der Telematik und wollen uns in diesem Beitrag der Frage widmen, welche Ideen und Lösungen es für die Beseitigung von Barrieren in der Telematik gibt.

Vernetzte Maschinen ohne Empfang

Um eine Kommunikation zwischen Maschine und Computer zu ermöglichen, braucht es eine Verbindung beider Geräte über das Internet. Dafür braucht im Regelfall jede Maschine eine eigene SIM-Karte, ähnlich einer SIM aus dem Smartphone. Die Karte wird im jeweiligen Sensor verbaut. Andernfalls könnten die entstandenen Daten einer Maschine nur im nachhinein über eine Direktverbindung ausgelesen werden. In urbanen Räumen stellt die Datenübertragung durch das mobile Internet keine Herausforderung dar. Die meisten Großstädte werden durch die gängigen Netzanbieter ausreichend abgedeckt. Doch im ländlichen Bereich ist eine Datenübertragung über mobile Daten kaum realisierbar. Die Netzabdeckung in solchen Bereichen des Landes ist teilweise zu schlecht, um hier einen zuverlässigen Datenaustausch zu ermöglichen. Ein weiteres Problem ist, dass viele SIM-Karten auch hohe Kosten verursachen würden und deshalb schnell zu einer Belastung werden.

Besonders der Straßenbau, der grundsätzlich von einer Vernetzung der Maschinen profitieren könnte, kann dadurch sein Telematik-Potenzial nicht gänzlich ausschöpfen. Helfen können sogenannte “Low Power Wide Area Networks”. Ein Beispiel soll verdeutlichen wie ein LPWAN die Telematik zukunftsfähiger macht. Eine 10 Kilometer lange Autobahnbaustelle im ländlichen Gebiet wird von mehreren Walzen verdichtet. Vom mobilen Büro des Bauleiters lässt sich der gesamte Streckenabschnitt nicht überblicken. Trotzdem möchte der Bauleiter einen Überblick des Baufortschritts haben. Das Mobilfunknetz auf diesem Streckenabschnitt ist zu schlecht um über eine direkte Datenübertragung Informationen zu bekommen. Alle Walzen verfügen über einen LPWAN-fähigen Sensor und kommunizieren deshalb über Frequenzen des Radiospektrums miteinander. Die Daten können über den gesamten Streckenabschnitt bis zum Bauleiter übertragen werden, der dann Informationen wie den Verdichtungsgrad des Asphalts und den jeweiligen Standort der Maschine erhält.

 

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Quelle: https://www.i-scoop.eu/internet-of-things-guide/lpwan

 

Geräte in einem solchen Netzwerk, wie zum Beispiel batteriebetriebene Sensoren, funktionieren schon bei kleinem Energieverbrauch und lassen sich einfach in einem Netzwerk verbinden. LPWANs bestehen aus mehreren Endgeräten und einer Basisstation. Da sich die Endgeräte untereinander verbinden, können auch große Reichweiten durch solche Systeme problemlos überwunden werden. In einem solchen Netzwerk ist es auch nicht nötig, dass jedes Gerät eine eigene SIM-Karte benötigt. Allein die Basisstation ist damit ausgestattet und kann darüber die im gesammelten Daten empfangen.

Schnittstellen einheitlicher gestalten

Die Schaffung einer einheitlichen Ausleseschnittstelle für Daten wäre ein weiterer Schritt, um Telematik in Deutschland stärker zu verbreiten. Wenn auch Systeme wie LPWAN nicht ausreichen, weil etwa die Datenmengen zu groß sind, kommt der Bedienende nicht mehr daran vorbei, die entstandenen Daten manuell auszulesen. Eine Lösung für dieses Problem ist einfach. Ähnlich wie bei Pkw und anderen Fahrzeugen, die eine Zulassung für den Straßenverkehr benötigen, muss eine Regelung für solche Schnittstellen entstehen.

Die Vorteile bei so einer Regelung sind offensichtlich. Unabhängig von Maschinenhersteller oder -typ können Informationen innerhalb kurzer Zeit auf den Computer übertragen, ohne eine Vielzahl unterschiedlicher Anschlüsse besitzen zu müssen. Außerdem lässt sich das System im Falle eines Maschinenschadens leichter austauschen.

Warum das noch längst nicht alles ist

Die Telematik ist praktisch grenzenlos in ihren Möglichkeiten. Alles lässt sich durch den passenden Sensor zu einer intelligenten Maschine umfunktionieren. Probleme und ihre Lösungen, wie sie oben beschrieben sind, werden bald der Vergangenheit angehören und das Thema Telematik endgültig in den Mittelpunkt der Digitalisierung der Baubranche rücken. Wenn dieser Punkt erreicht ist, wird auch erkennbar werden, welche weiteren Potenziale in der Telematik stecken.

Steigende Ansprüche an die Arbeit auf der Baustelle werden auch ihre Spuren in der Telematik hinterlassen. So ist das Thema der Dokumentation schon heute von steigender Bedeutung. Das heißt Nutzer von Maschinen wollen immer häufiger Schäden an der Maschine direkt über das im Fahrzeug verbaute Endgerät aufzeichnen. Solche Anwendungen scheinen auf den ersten Blick sehr profan, aber sie ermöglichen einen reibungsloseren Alltag auf der Baustelle. Es bleibt also auch abzuwarten, welche neuen und innovativen Ideen Baufirmen und Maschinenhersteller haben, um Telematikanwendungen zu nutzen.

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