Telematik – Technologie mit vielen Einsatzbereichen

Telematik ist ein Begriff, der immer mehr Akteure in der Baubranche beschäftigt. Die Flexibilität im Einsatz der Technologie hat viele Unternehmen neugierig gemacht, die nun die vielen verschiedenen Nutzarten entdecken und anwenden.

Doch bevor diese Nutzenpunkte genauer betrachtet werden, sollte zunächst die Frage geklärt werden, was es mit dem Begriff Telematik auf sich hat. Zusammengesetzt aus den Worten Telekommunikation und Informatik, vereint die Telematik Funktionalitäten beider Bereiche und verknüpft Daten mit einem Telekommunikationssystem zur automatisierten Datenübertragung. Das bedeutet, dass entstehende Daten nicht weiter wie bisher isoliert für sich stehen, sondern aus ihnen weiterführende Informationen gewonnen werden. Vorausgehen muss ein Prozess, der es ermöglicht, dass Daten nicht manuell heruntergeladen, sondern komplett automatisch an einen Server geschickt werden. Nur so wird die Verarbeitung großer Datenmengen ermöglicht. So können beispielsweise die Daten, die ein Radlader in seiner Einsatzzeit produziert, über einen Bordcomputer ausgewertet und daraus eine Handlungsanweisung für das weitere Verfahren abgeleitet werden.

Wie funktioniert Telematik und warum ist sie so interessant für die Baubranche?

Das sammeln von Daten ist heute längst kein Problem mehr. Nahezu überall lassen sich Sensoren anbringen, die spezifische Daten wie zum Beispiel die Aktivität von Maschinen ermitteln und an digitale Schnittstellen weitergeben. Viele Hersteller und Vermieter von Baumaschinen verbauen bereits solche Sensoren, welche dann verschiedenste Daten aufzeichnen und abspeichern. Die Größe der Sensoren erlaubt es, diese fast überall zu verbauen. Heute können sie nur noch wenige Nanometer groß sein, um zuverlässige Informationen zu liefern. Benötigt wird dabei jedoch noch ein Gateway, also eine Einheit, die Daten an einen Server schicken kann. Die so entstehende Datenmenge wird von Computern in der Maschine visualisiert, wodurch der Fahrer beispielsweise Aufschluss über das geladene Gewicht in der Radladerschaufel oder den Verdichtungsgrad von Asphalt bei einer Walzenüberfahrt erhält.

Den Einsatzbereichen von Telematik sind dabei fast keine Grenzen gesetzt. Ob es um eine reine Datenbeschaffung über die Betriebsstunden einer Baumaschine oder die genauen Standortbestimmungen geht. Die Daten, die durch die Technik gewonnen werden können, bieten Vermietern und Bauunternehmen die Möglichkeit, ihre Maschinen besser auf Kundenverhalten anzupassen. Anhand von Aktivitätsdaten kann im Nachhinein oder in Echtzeit festgestellt werden, ob eine Maschine wirklich für einen angegebenen Zeitraum benötigt wird. Auch für Bauunternehmen entstehen so Vorteile, da sie sich nicht mehr auf vage Erfahrungswerte für bestimmte Maschineneinsätze berufen müssen, sondern konkrete Zahlen vorweisen können. Sie können ihre Maschinenflotte dadurch effizienter einsetzen und haben eine bessere Planungssicherheit.

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Quelle: Technische Universität München

Warum Telematik noch zu wenig genutzt wird

Auch wenn Telematik-Lösungen die Arbeit der Unternehmen durch die hilfreichen Informationen merklich erleichtern können, stellt die Nutzung noch immer einige Herausforderungen dar. Denn bisher fehlt es den Unternehmen weniger an Möglichkeiten Daten zu gewinnen, sondern an Wegen die entstandenen Daten schnell und einfach auf Computer zu bekommen und auszuwerten. Anders als bei Autos, Lastkraftwagen oder Motorrädern, gibt es jedoch keine einheitlichen Datenschnittstellen zum Auslesen von Maschinendaten. Die Folge sind viele verschiedene Anschlüsse, um auf die Daten zugreifen zu können. Viele Vermieter und Hersteller lassen diese wertvollen Daten daher ungenutzt oder greifen nur im Problemfall auf sie zurück. Es entstehen riesige Datenmengen, die nie ausgewertet wurden – Ein verschenktes Potenzial! Die größten Entwicklungspotenziale im Bereich der Telematik finden sich daher vor allem im Bereich der effizienten Schnittstellen.

Auch das Thema Netzabdeckung bereitet der Telematik aktuell noch Probleme. Wenn die Sensoren ihre Daten in eine Cloud laden wollen, brauchen sie dazu ein zuverlässiges und stabiles, mobiles Internet. Auf Stadtbaustellen stellt dies im seltensten Falle noch Probleme dar, aber auf langen Straßenbauabschnitten oder Baustellen auf dem Land fehlt es noch häufig am nötigen Ausbau der mobilen Netze. Die Telematik braucht deshalb innovative Konzepte, um diese Probleme zu lösen.

Fazit

Telematik-Lösungen bieten weitreichende Möglichkeiten, die Datengewinnung effektiv für die Prozessoptimierung zu nutzen. Dennoch hemmt die aufwendige Verknüpfung den flächendeckenden Gebrauch in der Baubranche. Werden die Schnittstellen-Barrieren zukünftig im Zuge der digitalen und technologischen Weiterentwicklung jedoch angepasst und benutzerfreundlich zur Verfügung gestellt, so kann den Telematiksystem eine aussichtsreiche Zukunft prophezeit werden. Welche Lösungen und Ideen es bereits jetzt schon gibt, werden wir in einem weiteren Beitrag zur klickrent Telematik Reihe näher beleuchten.

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