Wo geht es mit der Digitalisierung der Baubranche hin?

Quo vadis, Digitalisierung?

Die klickrent-Kolumne beleuchtet aktuelle wirtschaftliche, politische und soziale Aspekte rund um das Thema Digitalisierung der Baubranche.

Der VDBUM hat im Jahr 2017 ein Zeichen gesetzt und stellte sein alljährliches Großseminar unter das Motto “Die Zukunft als Chance”. Damit zeigt der Verband klar, dass die Baubranche die Digitalisierung nicht nur im Hinterkopf haben, sondern zu einem zentralen Element der zukünftigen Entwicklung ernennen sollte.

Die Zeppelin Gruppe schrieb sich die Digitalisierung bereits 2014 mit der Gründung der klickrent auf die Fahne. Dass dies weit mehr als ein Bekenntnis ist, wurde 2016 mit der Gründung der neuen strategischen Geschäftseinheit Z Lab sehr deutlich  gemacht. „Unser Ziel ist es, die Baustelle der Zukunft schneller, effizienter und sicherer zu machen. Durch die Gründung der sechsten Geschäftseinheit Z Lab werden wir mit innovativen digitalen Geschäftsmodellen die Industrien Bau, Logistik, und Infrastruktur nachhaltig verändern und somit die Digitalisierung im Zeppelin Konzern aktiv vorantreiben,“ so Wolfgang Hahnenberg, Leiter der Z Lab.

Neben Zeppelin sind natürlich auch andere Unternehmen Vorreiter in der Digitalisierung.  So lässt Max Bögl mit seinem Claim “Fortschritt baut man aus Ideen” keine Fragen offen, in welche Richtung zukünftig investiert wird. Liebherr positioniert sich mit innovativen Technologien wie dem LiDAT Fuhrpark- und Flottenmanagementsystem aktiv im Segment der vernetzten Maschinen, der Baustelle 4.0.

Jürgen Küspert, Geschäftsführer Bundesverband der Baumaschinen-, Baugeräte- und Industriemaschinenfirmen e.V., sieht dem allgemeinen Digitalisierungstrend positiv entgegen, spricht aber auch gleichzeitig Bedenken aus: „Digitalisierung bzw. digitale Kanäle spielen schon heute in Handel und Vermietung in der Baubranche eine zentrale Rolle bei Mitarbeitergewinnung und Personalentwicklung. In der Zwischenzeit wurden die realisierbaren Potentiale der Digitalisierung von allen Akteuren der Wertschöpfungskette der Baubranche erkannt. Nun befinden wir uns mitten im voraussichtlich lange andauernden Prozess der praktischen Umsetzung.“ Frage ist also, ob die deutsche Baubranche noch rechtzeitig auf den Digitalisierungszug aufgesprungen oder ob genau dieser schon aus dem Bahnhof gefahren ist und man dem Trend kontinuierlich hinterher rennt?

Die Herausforderungen sind bekannt und liegen auf der Hand. Es geht darum, Prozesse zu optimieren und diese effizienter für Mensch, Maschine und Kapital zu gestalten.

Durch die Vernetzung aller Gewerke und Maschinen kann Produktivität und Rentabilität gesteigert werden. Ob BIM, 3D-Druck, modulares Bauen, Green Building, Smart Construction, Industrie 4.0 oder der Einsatz von Robotik – alle haben zum Ziel, Aufwand zu reduzieren und Ressourcen sparend bzw. so effizient wie möglich einzusetzen. Durch den Einsatz dieser und anderer Technologien kann auch dem branchenübergreifend herrschendem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Die Technologien zur einer optimierten Umsetzung sind oftmals schon vorhanden. Datensicherheit und -hoheit führen allerdings wiederholt zu Bedenken in der Branche. Sensible Daten, wie die Telematikdaten des eigenen Fuhrparks, wollen zumeist nicht mit Fremdanbietern geteilt werden. So ziehen es einige Hersteller vor, selbst eine Lösung zu entwickeln als Konkurrenzprodukte zu implementieren. Vergessen wird dabei leider, dass durch die verspätete Implementierung von Datenerfassungstools wichtige Optimierungspotentiale verlorengehen. Auch Andreas Velten, Director der MOBA Mobile Automation AG, sieht diese Problematik und blickt dennoch zuversichtlich nach vorn: „Die Digitalisierung in der Bauindustrie steht noch am Anfang. Die großen Bauunternehmen sind schon ein Stück vorangekommen. Jedoch kann die große Anzahl kleiner und mittelständischer Baubetriebe das Thema oft noch gar nicht greifen. Die wesentliche Herausforderung ist die dezentrale EDV-Struktur in der Bauindustrie und die fehlenden Datenstandards. Dennoch, die Digitalisierung wird kommen – es braucht noch seine Zeit.“

Ob es letztendlich große Unternehmen aufgrund ihrer Finanzkraft und ihres Know-hows oder kleinere Unternehmen mit einer Spezialisierung auf eine womöglich bahnbrechende Technik sind, die die Digitalisierung entscheidend vorantreiben, ist noch unklar. Fakt ist: Die Branche sollte schnell handeln. Erste Schritte sind schon getan. Jetzt gilt es, darauf aufzubauen und die kommenden Herausforderungen anzunehmen. Nur wer die richtigen – digitalen – Entscheidungen trifft, wird sich in der umkämpften Baubranche langfristig behaupten können.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die Meinung der Klickrent GmbH wieder.

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