Digitalisierung richtig gemacht – die klickrent Serie

Teil III – Roadmap zur digitalen Baustelle

Der vergangene Artikel unserer Serie “Digitalisierung richtig gemacht” beschäftigte sich damit, wie die Digitalisierung die Baubranche verändert. Doch dieser Wandel ist nur die Spitze des Eisberges, denn mit der Digitalisierung steht die Branche noch ganz am Anfang.  Lassen Sie uns aber schon heute einen Blick auf die Baustelle der Zukunft werfen:

Über das Smartphone bekommt der Arbeiter eine Mitteilung, wo der nächste Arbeitsauftrag wartet. Das Material dafür ist bereits an Ort und Stelle, weil am digitalen BIM-Modell erkannt wurde, dass der nächste Arbeitsschritt ansteht und was dieser beinhaltet. Bauplaner und Baustellenleiter behalten ganz einfach die Übersicht über den Baufortschritt sowie den Zeit- und Kostenplan. Mit Hilfe von Robotertechnik lassen sich vorher arbeitsintensive Prozesse schnell und einfach erledigen. Benötigte Maschinen werden per Klick angemietet und in die bestehende Flotte integriert.

Was heute noch wie eine Utopie klingt, wird in naher Zukunft nicht mehr von einer Baustelle wegzudenken sein. Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und wird die Baubranche nachhaltig verändern. Auch wenn die praktische Umsetzung digitaler Strategien aktuell noch große Lücken aufweist, wird der Druck aus dem eigenen Umfeld und aus Märkten in Amerika und Asien weiter ansteigen. Deutsche Unternehmen müssen – ob sie wollen oder nicht – ihre Firmen mit digitalen Konzepten voranbringen und für die Zukunft rüsten.

Daten werden wichtiger denn je

Für die Baubranche – wie für nahezu alle digitalisierten Bereiche – gilt: Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Der massive Ausbau der Vernetzung zwischen den Systemen sorgt für eine neue Datenflut. Informationen über die Bodenbeschaffenheit, das Wetter, den Baufortschritt, Maschinen oder die Kostenübersicht gehören dank der modernen Maschinen heute schon zu einfach verfügbaren Daten. Doch diese und viele weitere wertvolle Fakten bleiben oft ungenutzt und das große Potential, das sie beinhalten, unausgeschöpft. Datenorganisationskonzepte und -managementsysteme der Zukunft vernetzen und analysieren sie, um einen umfassenden und detaillierten Bauplan zu erstellen.

Ein solcher Plan wird zum Beispiel anhand von Analysedaten eines Erdbohrers über die Bodenbeschaffenheit oder eines Scanners auf der Suche nach Wasseradern erstellt. Ein BIM System kann dann genau solche Daten nutzen, um die Planung, Ausführung sowie die Bewirtschaftung von Gebäuden optimiert durchzuführen. Durch die digitale Erfassung aller relevanten Informationen wird ein virtuelles Gebäudemodell visualisiert. Das Einpflegen von weiteren Informationen – wie zum Beispiel Wetterdaten oder über den eigenen Fuhrpark – in solche Systeme macht eine Planung von Bauvorhaben künftig noch genauer.

Teil 3 Bild 1.jpg
Alle Informationen sind auf dem Tablet abrufbar, dank BIM und Cloud

Neben der Datenanalyse ist der Zugang zu eben genau diesen Daten eine mindestens genauso wichtige Zukunftsaufgabe der Baubranche. Cloud-Computing, also die Speicherung von Informationen an einem gemeinsamen digitalen Ort, erlaubt es allen Beteiligten von überall Zugriff auf diese zu erhalten. Heute wird Cloud-Computing von vielen Akteuren noch zögerlich genutzt. Grund hierfür sind vor allem Sicherheitsvorbehalte, aber auch die fehlende Infrastruktur für digitales Arbeiten in den Betrieben.

Allerdings wird es für einen reibungslosen Informationsfluss auf der Baustelle schon bald nahezu unmöglich sein, ohne Cloud-Computing-Lösungen arbeiten zu können. Auch das weitere Voranschreiten der Mobilität der Endbenutzer wird die wachsende Bedeutung des Themas bedingen. Viele Menschen verfügen im privaten Bereich über Smartphone oder Tablet. Hier gehört die Cloud schon jetzt zum ständigen Begleiter der Benutzer. Cloud-Lösungen ermöglichen in Zukunft also auch auf der Baustelle oder im Bauunternehmen einen leichten und transparenten Zugang zu wichtigen Informationen. Somit gehören auch hohe IT-Instandhaltungskosten der Vergangenheit an, weil eigene Anschaffungen zum Beispiel in Form von Servern obsolet werden. Der daraus resultierende reduzierte Zeitaufwand für die Belegschaft ist als zusätzlich positiver Nebeneffekt für die Unternehmen einzustufen.

Robotik und die Automatisierung

Eine Zukunft, in der auf der Baustelle noch immer alles von Menschenhand geschieht? Bauunternehmen sollten sich von dieser Vorstellung verabschieden. Die Zukunft ist ein Prozess ständiger Automatisierung. Was in Fabriken schon selbstverständlich ist, sucht auf der Baustelle heute noch immer seine Berechtigung. Roboter können in der Zukunft aufwendige oder gefährliche Aufgaben übernehmen. Insbesondere standardisierte Prozesse können von Maschinen erlernt werden. Durch die Vernetzung von digitalen Bauplänen, anderen Maschinen und den Arbeitern vor Ort können Abläufe effizienter, sicherer und zuverlässiger gestaltet werden.

Ein Beispiel, wie diese Zukunft aussehen könnte, bietet Hadrian X von FastBrick Robotics. Das australische Unternehmen hat einen völlig autonom arbeitenden Roboter entwickelt, der ein komplettes Haus in wenigen Tagen mauert. Als Grundlage nutzt Hadrian Baupläne, die zuvor in ein BIM-3D Modell eingepflegt wurden.

Dies zeigt sehr gut, wie die Arbeit in Zukunft auf der Baustelle aussehen wird. Roboter werden grundlegende Aufgaben übernehmen und als Assistenten auf der Baustelle fungieren. Der Mensch fokussiert sich auf die Finalisierung von Projekten und übernimmt die Aufgaben, für die Roboter (noch) nicht ausgelegt sind.

Teil 3 Bild 2.jpg
Der Hadrian X ist ein Paradebeispiel für die Digitalisierung der Branche

 

Der Fuhrpark wird digital

Baumaschinen und -geräte werden noch sehr lange eine wichtige Rolle auf der Baustelle spielen, auch wenn schon heute die Anteile an eigenen Maschinen in den Unternehmen geschrumpft sind. Das Konzept der Mietmaschinen hat sich inzwischen in der Branche etabliert.

Das konventionelle Mietgeschäft vom Anruf in der Mietstation, E-Mail oder Fax wird aber schon bald überholt sein. Im Zeitalter von Smartphone und Tablet steht eine radikale Änderung der Miete, des Flottenmanagements und der Informationsbeschaffung bevor. Maschinen und Geräte werden ganz einfach online gemietet und über ein zentrales System erfolgt das grundlegende Flottenmanagement. Ein solches System ermöglicht es dem Bauunternehmer,  stets die Übersicht über seinen Fuhrpark zu behalten.

Die Maschinenmiete über das Smartphone gibt es schon heute bei klickrent. Und auch weitere Funktionalitäten, wie die Darstellung von Echtzeit-Maschinenverfügbarkeiten, die Integration direkter Buchungsmöglichkeiten sowie eine grundlegende Flottenverwaltung wird in Zukunft auf klickrent angeboten werden. Die digitale Miete und die Organisation des Fuhrparks ermöglicht den Beteiligten somit eine Anbindung an die digitale Baustelle der Zukunft.  

Baubranche attraktiv für die nächste Generation?

Doch wie sieht die Baustelle im Jahr 2020 oder 2030 aus? Das weiß wohl keiner genau. Sind es Drohnen, die Ziegelsteine an Ort und Stelle bringen oder tonnenschwere Materialien auch auf die höchsten Punkte der Baustelle zielgenau platzieren? Ferngesteuerte Einsatzgeräte sind schon heute in Arbeitsprozesse involviert und ein solcher Ausbau ist sicher keine Utopie.

Vielleicht ist es aber auch eine vollautomatisierte Baustelle, auf der kein Mensch vor Ort mehr schwere Arbeiten verrichten muss. Wenn es heutzutage schon Systeme gibt, die eine Baustelle digital anhand Millionen von Daten planen, wird auch die Umsetzung dieses Bauvorhabens irgendwann automatisiert und digitalisiert werden. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Nicht zuletzt ist die Digitalisierung auch eine Frage der Zukunftsfähigkeit und Attraktivität der Baubranche. Eine Branche, die langfristig auf ein analog organisiertes Arbeitsumfeld setzt, wird es mit einer digitalisierten Jugend und in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft schwer haben. Mit modernen Antworten auf die Herausforderungen der Baubranche kann also nicht nur eine Verbesserung der Arbeit für Bauunternehmen, Bauplaner und alle anderen Akteuren der Branche geschaffen, sondern auch der “Nachwuchs” langfristig für die Arbeit im Baubereich begeistert werden. Themen wie der richtige Umgang mit Daten und Automatisierung müssen deshalb schon früh in die strategische Planung der Unternehmen einbezogen werden. Nur so kann eine umfassende Digitalisierung gelingen, die eine Welt von Robotern, die Häuser bauen und einer Baustellenplanung über ein 3D-Modell möglich macht.

1artboard-2.png

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s