Drohne vor Bauarbeiter

Hightech-Flieger erobern die Baubranche

Auf der 2015 in Berlin stattgefundenen Elektronikmesse IFA waren sie der neueste Schrei. Hersteller wie Parrot und DJI haben mit ihren Drohnen den Nerv der Zeit getroffen. Doch nicht nur  private Konsumenten haben Interesse an den kleinen Hightech-Fliegern.

Laut dem Marktforschungsinstitut Teal Group, wird sich der Umsatz mit Drohen innerhalb der nächsten 10 Jahre von 6,4 Milliarden Dollar (2014) auf rund 12 Milliarden Dollar verdoppeln. Davon fallen zehn Prozent auf private Nutzer und ganze 90 Prozent werden von Produktions- und Dienstleistungsunternehmen gekauft.

Der große Onlinehändler Amazon spekuliert schon länger auf den Einsatz der Drohnen als neues Versandmedium. Durch die flexiblen Geräte erhofft sich das Unternehmen deutlich kürzere Lieferzeiten für die Kunden. In den USA sollen in dem Pilotprojekt “Prime Air” Bestellungen innerhalb von nur 30 Minuten bei den Kunden eintreffen.

Baustellen 2.0 – Die Technik hält Einzug

Doch auch in der Baubranche gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten, die von innovativen Unternehmen bereits genutzt werden.

Drohne
(c) Flickr

So hat die Bremer Bau AG bei ihrem Großprojekt für BMW mit Hilfe einer Drohne den Baugrund für das neue Logistikzentrum in Schwabmünchen an der B17 in kürzester Zeit dreidimensional erfasst. Dadurch konnten Messfehler auf ein Minimum reduziert werden und der Bauleiter Axel Bienek konnte die optimale Position der Bodenplatte für den Lagerkomplex ermitteln.

Bei dem Bau des neuen Stadions der Sacramento Kings in Kalifornien, fliegen täglich mehrere Drohnen gleichzeitig über das Gelände, um den Baufortschritt zu überprüfen. Eine Software wandelt das Bildmaterial automatisch in ein 3D-Modell um und vergleicht die Daten mit den vorgegebenen Bauplänen. Bestehen Unstimmigkeiten im Baufortschritt, werden diese angezeigt und die Bauleitung kann frühzeitig reagieren.

Die Software wurde von einem Forscherteam an der University of Illinois entwickelt. Durch die technische Überwachung und Strukturierung der Prozesse, können große Bauprojekte künftig schneller und kostengünstiger realisiert werden.

Bürokratie kennt keine Grenzen – was muss beachtet werden?

Doch einige Dinge sollten vor und während eines Einsatzes von unbemannten Luftfahrzeugen beachtet werden. In jedem Fall müssen die Nutzer von Drohnen eine Zusatzversicherung abschließen, da die normale Haftpflichtversicherung im Schadensfall nicht greift.

Desweiteren ist für die gewerbliche Nutzung eine Aufstiegsgenehmigung notwendig. Diese kann bei dem Luftfahrtbundesamt des jeweiligen Bundeslandes beantragt werden und ist zwei Jahre gültig. Zusätzlich muss innerhalb von Ortschaften, wie zum Beispiel im Großraum Berlin, die Ordungsbehörde bzw. Polizeidienststelle vor dem Einsatz einer Drohne informiert werden.

Im Normalfall dürfen die kleinen Flieger bis zu 500 Meter hoch steigen. Doch in Ballungsräumen liegt die Höhenbegrenzung teilweise schon bei 30 Metern. Rund um Flughäfen, in einem Radius von 1,5 km, ist das Fliegen komplett verboten. Die genauen Höhengrenzen und Lufträume findet man auf der ICAO-Luftfahrtkarte, die auf der Website der DFS Deutsche Flugsicherung zur Verfügung steht. Dazu kann einfach ein kostenloser Account hier angelegt werden

Ein teures Spielzeug – was sich trotzdem lohnt?

Ein Manko besteht noch in der Stromversorgung der kleinen Flieger, da sie bisher nur wenige Kilometer ohne erneute Aufladung zurücklegen können. Doch mit Hilfe von Photovoltaikkollektoren und effizienteren Akkus werden die Drohnen innerhalb der nächsten Jahre stetig leistungsstärker.

Noch sind die Preise für eine Drohne recht hoch. Bei den Marktführeren Parrot und DJI kostet ein einfaches Modell ohne Sonderausstattung im Durchschnitt 500 Euro. Für den Einsatz in der Baubranche müssen jedoch Sonderstücke angefertigt werden, die entsprechende Tools für Oberflächenabmessungen oder ähnliches enthalten. Da können sich die Kosten für ein Exemplar gern auf ein paar Tausend Euro belaufen.

Doch mit dem zunehmendem Wettbewerb und einer steigenden Nachfrage werden die Produktionskosten innerhalb der nächsten Jahre weiter sinken.

Die bequemste Alternative für Bauunternehmen besteht in dem Kauf von Videoaufnahmen bei Dienstleistern, wie dem US-amerikanischen Unternehmen ImageInFlight, welches auch für das Stadion in Sacramento das nötige Bildmaterial gestellt hat.

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